Hauptbahnhof, keineswegs ländlich (40 Bilder), Teil 1 (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Samstag, 14.06.2014, 18:19 (vor 4312 Tagen)

Moin,

Düsseldorf ist die Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens. Ihr Hauptbahnhof ist einer der größten und verkehrsreichsten in diesem Land. Entsprechend umfangreich ist der Überblick über die Verbindungen.


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Beginnen wir mit dem Regionalverkehr. Es verkehren:
RE 1 Aachen - Paderborn (DB Regio, Baureihe 146 und Doppelstockwagen)
RE 2 Düsseldorf - Münster (DB Regio, Baureihe 146 und Doppelstockwagen)
RE 3 Düsseldorf - Hamm (Eurobahn, Baureihen 428 und 429)
RE 4 Aachen - Dortmund (DB Regio, Baureihe 111 und Stoppeldockwagen)
RE 5 Koblenz - Emmerich (DB Regio, Baureihe 146 und Doppelstockwagen)
RE 6 Düsseldorf - Minden (DB Regio, Baureihe 146 und Doppelstockwagen)
RE 10 Düsseldorf - Kleve (Nordwestbahn, Baureihe 648)
RE 13 Venlo - Hamm (Eurobahn, Baureihen 428 und 429)
RB 35 Düsseldorf - Emmerich (DB Regio, nur im Berufsverkehr)
RB 38 Köln - Düsseldorf (DB Regio, Baureihen 628 und 643)
S 1 Dortmund - Solingen (DB Regio, Baureihe 422)
S 6 Köln-Worringen - Essen (DB Regio, Baureihe 143 mit x-Wagen)
S 8 Hagen - Mönchengladbach (DB Regio, Baureihe 422)
S 11 D Flughafen - Bergisch Gladbach (DB Regio, Baureihe 423)
S 28 Kaarster See - Mettmann Stadtwald (Regiobahn, Baureihe 643.2)
S 68 W-Vohwinkel - Langenfeld (DB Regio, Baureihe 143 mit x-Wagen)

Alle Angaben aus dem NRW-Bahnarchiv.


Fernverkehr gibt es national und international. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit seien als wichtige Ziel- oder Unterwegsbahnhöfe Amsterdam, Norddeich Mole, Hamburg, Berlin, Prag, München, Frankfurt, Zürich und Paris genannt. Ach ja, Köln nicht zu vergessen. ;-) Neben der DB mit zumeist ICE-Zügen sieht man mit dem nötigen Glück in Gestalt von Thalys und HKX gleich zwei private Fernverkehrsanbieter. Damit kommen wir nun zur Geschichte der Eisenbahn in und um Düsseldorf. Das Kapitel wird recht umfangreich ausfallen. Auch hier stürze ich mich wieder aufs NRW-Bahnarchiv.


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Düsseldorfs heutiger Hauptbahnhof wurde am 1. Oktober 1891 dem Betrieb übergeben. Zuvor wickelten mit dem Bergisch-Märkischen Bahnhof, dem Cöln-Mindener Bahnhof und dem Rheinischen Bahnhof drei Bahnhöfe den Betrieb ab. Nach der Verstaatlichung der Gesellschaften und aus städtebaulichen Gründen (zwei der Bahnhöfe waren der Stadtentwicklung im Wege) wurde also geplant und gebaut. Das Ergebnis konnte sich anfänglich sehen lassen, erwies sich im Laufe der Jahre jedoch als zu klein, so daß Ende der 1920er ein Architekturwettbewerb ausgelobt wurde und 1932 die Bagger anrückten.

Bis 1936 entstand der heutige Hauptbahnhof im Stil der Neuen Sachlichkeit. 1979 kamen neue Bagger. Unterm Bahnhof wurde die Station der Stadtbahn gebaut (direkt über ihr der heutige breite Personentunnel), gleichzeitig durch die Bundesbahn die S-Bahn von Ost nach West. Das ganze dauerte seine Zeit, im Mai 1988 war alles fertig. Nun öffnete sich der Hauptbahnhof auch nach Osten, dort entstand ein neuer Eingang. Der Betrieb wird vom Stellwerk Df gesteuert, das am 2. November 1980 seinen Betrieb aufnahm und im Bahnhof zwei Stellwerke aus dem Jahr 1957 ersetzte. Kommen wir nun zur Streckengeschichte. Ich gehe hierbei auch auf im Stadtgebiet abzweigende Strecken ein.

Von West nach Ost führt die älteste Strecke in Düsseldorf. Personenverkehr gibt es seit 1838, am 20. Dezember wurde er zwischen Düsseldorf und Erkrath aufgenommen, am 10. April 1841 bis Vohwinkel, das heute der westliche Vorposten von Wuppertal ist. Bekannt wurde die Strecke durch den Seilzugbetrieb über die Rampe von Erkrath nach Hochdahl.
Erst am 24. Juli 1870 wurde der westlich über den Rhein nach Neuß führende Streckenabschnitt dem Betrieb übergeben, der kam als Ausgleich zuerst unter die Fahrleitung, seit dem 27. Mai 1962 besteht elektrischer Betrieb. Nach Wuppertal geht es erst seit dem 17. Februar 1964 elektrisch, als der Abschnitt von Griuten nach Vohwinkel elektrifiziert wurde. Zuvor war zum Sommerfahrplan 1963 der Abschnitt Düsseldorf - Hochdahl in Betrieb gegangen und zum Winterfahrplan die Fortsetzung nach Gruiten. Die Strecke ist heute zwischen Neuss und Düsseldorf-Gerresheim viergleisig, weiter bis Gruiten immerhin dreigleisig (und dann wieder viere). Die Steilrampe hate von 1865 bis 1963 ein drittes Gleis, 1987/1988 erhielt dann die S-Bahn ein oder zwei eigene.

In Süd-Nord-Richtung quert die Stammstrecke der Köln-Mindener Bahn die Landeshauptstadt. Auch sie ist im Stadtgebiet heute viergleisig, wobei die S-Bahn die Hälfte in Anspruch nimmt. Am 20. Dezember 1845 ging als erstes der Abschnitt von Köln-Deutz nach Düsseldorf in Betrieb, am 9. Februar 1846 die Fortsetzung nach Duisburg. Von dort führt die Strecke über Altenessen und Wanne-Eickel nach Dortmund, wo sie auf den hochwertigen Fernverkehr trifft, der die südliche Route führt. Aber zurück nach Düsseldorf. Am 1. Juni 1958 wurde die Strecke von Duisburg elektrifizert, auf den Tag genau ein Jahr später war die Strecke von Köln nach Düsseldorf elektrisch befahrbar.

Im Stadtgebiet zweigen drei weitere Bahnstrecken ab. Am 1. Februar 1872 nahm die Bergisch-Märkische Eisenbahn den Reiseverkehr zwischen Düsseldorf und Kuferdreh auf, von Düsseldorf aus nutzt die S 6 die Strecke, die in Düsseldorf-Derendorf von der Linie nach Duisburg abzweigt. Sie fährt ab Essen-Werden zum Essener Hauptbahnhof, der Abschnitt Werden - Kupferdreh verlor 1964/65 seinen Reiseverkehr und ist mittlerweile stillgelegt. Zum Sommerfahrplan 1968 wurde der elektrische Betrieb aufgenommen.

Dann wäre da noch die am 1. Oktober 1891 eröffnete Bahnstrecke nach Düsseldorf-Eller (seit Sommerfahrplan 1962 elektrischer Betrieb), die von der S-Bahn nach Ohligs genutzt wird. Der Abschnitt Hilden - Ohligs wurde 1894 eröffnet und ist seit 1980 elektrifiziert, dazwischen nutzt man eine 1979 für die S-Bahn eröffnete Strecke, die parallel zur Güterstrecke läuft, die Düsseldorfs Hauptbahnhof umgeht.

Schlußendlich verdient die in Gerresheim von der Wuppertaler Strecke abzweigende Linie nach Mettmann Erwähnung. Sie wurde von der Rheinischen Eisenbahn am 15. September 1879 eröffnet als Fortsetzung der Wuppertaler Nordbahn. Am 27. September 1991 endete der zuletzt nicht gerade umfangreiche Reiseverkehr östlich Mettmanns. Der noch betriebene Abschnitt zwischen Gerresheim und Dornap-Hahnenfurt wurde mit Beginn des Jahres 1998 von der Regiobahn übernommen und zur Diesel-S-Bahn ausgebaut.
Nachfolgend ein bildlicher Rundgang in Aufnahmen vom 28. Juli 2012, 13. Juli 2013 und vom 3. Mai 2014.


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1 Nicht ganz einfach ist die äußere Annäherung. Logistische Gründe bedingten dazu einen vormittäglichen Besuch, so daß das Resultat so ausfiel. Wir sehen angeschnitten den Nordteil (links), Haupteingang und Südflügel mit Turm (er diente einstmals als Wasserturm). Im Vordergrund Wahlplakate von CDU (links), SPD (rechts) und punktloser F.D.P., weshalb das Bild bald historisch wertvoll sein könnte (nein, nicht weil die Punkte wiederkommen).


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2 Das Westwerk.


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3 Falls hier ein Bild vom geschlossenen Südeingang (Turm) ist, habe ich es gefunden.


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4 Nebenan sogar ein vernünftiges Bild vom Haupteingang.


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5 Da geht es in die Stadt.


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6 Wagen 2014 wird anno 2014 60. Herzlichen Glückwunsch!


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7 2204 hingegen wird gerade einmal elf Jahre alt. Aber auch da gratuliere ich.
Eine Tourist-Information von mir: Der Hauptbahnhof ist rechts außerhalb des Bildausschnittes.


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8 Da sehen wir ihn und beenden den kurzen Abstecher zu den Fahrzeugen der Rheinbahn mit Wagen 3340, der in meinem Straßenbahnatlas nicht drin ist.


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9 Der Nordeingang.


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10 Ein Blick die Fassade entlang. Die Buden scheinen ein Dauerprovisorium zu sein, sie standen schon 2012.


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11 Backstein.


Das nächste Bild verzögert sich um wenige Augenblicke.


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